Genug gelesen - Was kann ich tun?

WAS IST EIGENTLICH HATE SPEECH?

Hate Speech ist ...

Hate Speech ist, wenn man Worte und Bilder als Waffe einsetzt, bewusst, gezielt und voll auf die Zwölf. Wenn Menschen abgewertet, angegriffen oder wenn gegen sie zu Hass oder Gewalt aufgerufen wird, dann nennt man es Hate Speech. Oft sind es rassistische, antisemitische oder sexistische Kommentare, die bestimmte Menschen oder Gruppen als Zielscheibe haben.

Die Online-Hetze richtet sich im Moment insbesondere gegen Frauen, geflüchtete Menschen, Sinti*ze und Rom*nija, Menschen mit Behinderungen oder Homo- und Transpersonen. In der Zukunft sind es vielleicht Dän*innen, weiße Männer oder Facebook-User*innen.

Definitionen von Hate Speech

Hate Speech (dt.: Hassrede) ist ein vergleichsweise neuer Begriff und international noch nicht einheitlich definiert, weil in Deutschland beispielsweise andere Grenzen dafür gelten, was im Netz gerade noch sangbar ist, als in Amerika, im Iran oder in China. Hate Speech ist also ein Sammelbegriff, der sowohl strafbare als auch nicht strafbare Ausdrucksweisen einschließt. 

Es gibt keine einheitliche Definition von Hate Speech, weder in Deutschland noch international. Im Gesetzbuch wird Hate Speech (noch) nicht spezifisch erwähnt – verurteilt werden Beleidigungen oder Volksverhetzung. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass online haten erlaubt ist..., falls jemand auf die Idee käme.

No Hate Speech Kampagne

Die No Hate Speech Kampagne definiert Hate Speech als bewusste Herabsetzung und Bedrohung bestimmter Menschen und Menschengruppen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Minderheit oder der wahrgenommenen Zugehörigkeit zu einer Minderheit. In Deutschland verwendet man häufig auch den Begriff der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit

Kurzum: Hate Speech umfasst Ausdrucksformen in Wort, Bild und Ton, die Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz fördern und Diskriminierung und Feindseligkeit gegenüber Minderheiten ausdrücken. 

Die nationale Kampagne gegen Hass im Netz berücksichtigt verschiedene Formen von Hate Speech, nicht aber explizit islamistischen Extremismus, da diese Form der Hate Speech häufig antisemitisch und homophob ist - Kategorien, die auf der Website sowieso schon genannt werden. Eine gesonderte Kategorie für rechtsextreme Hate Speech ist aufgrund des speziellen Bezugs zur deutschen Geschichte vorhanden - und aufgrund dessen, dass Hate Crime im Netz mit überwältigender Mehrheit von Rechextremist*innen ausgeht. 

Europarat

Der Europarat, der das No Hate Speech Movement ins Leben gerufen hat, fasst den Begriff sehr weit. 

"(...) der Begriff 'Hate Speech' umfasst nach diesem Verständnis jegliche Ausdrucksformen, welche Rassenhass, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus oder andere Formen von Hass, die auf Intoleranz gründen, propagieren, dazu anstiften, sie fördern oder rechtfertigen, unter anderem Intoleranz, die sich in Form eines aggressiven Nationalismus und Ethnozentrismus, einer Diskriminierung und Feindseligkeit gegenüber Minderheiten und Menschen mit Migrationshintergrund ausdrückt."

(Europarat, Ministerkomitee, Empfehlung Nr. (97) 20)

Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung beschreibt Hate Speech aus politischer und sprachwissenschaftlicher Sicht; und erklärt hier die rechtliche Einordnung von Hate Speech.

Wie groß ist das Problem eigentlich?

Es ist schwierig, das genau zu sagen. Denn Hate Speech hat viele verschiedene Facetten und nicht alles kann dokumentiert werden. Anhaltspunkte gibt es dennoch, so belegt beispielsweise der Spezial-Eurobarometer von Oktober 2016, dass 72% der befragten Personen Hass im Netz schon gesehen und erlebt haben. Fast 50% zögern aus diesem Grund, sich in Diskussionen einzumischen. 

2015 hat der Europarat (Abteilung Jugend) eine Online-Meinungsumfrage gemacht: 83% der Befragten gaben an, dass sie online Erfahrungen mit Hate Speech gemacht haben. LGBTI-Jugendliche, Muslim*innen und Frauen waren die drei Haupt-Zielgruppen der Hasskommentare. 

Ähnliche Ergebnisse weist auch eine Untersuchung der britischen Zeitung The Guardian auf. Die Zeitung hat 70 Millionen Kommentare untersuchen lassen, die seit 2006 auf ihrer Website hinterlassen wurden. Das Ergebnis: Von den zehn am stärksten von Hate Speech betroffenen Autor*innen waren acht Frauen und nur zwei Männer, sie sind beide schwarz. 

Rechtsextreme nutzen das Internet und Soziale Medien, um ihre Propaganda zu verbreiten und Anhänger*innen für ihre Ideologie zu gewinnen. Jugendschutz.net beobachtet diese Strategie und veröffentlicht die Ergebnisse jährlich im Bericht "Rechtsextremismus online". 

Interessant ist außerdem, dass die Hater*innen in der Minderheit sind. Das belegt eine Studie des Allensbacher Instituts von 2016. Demnach haben 2016 nur 14% der Bevölkerung im Internet auf redaktionelle Inhalte reagiert. Das Bild in den sozialen Medien ist also verzerrt - auch, weil noch zu viele Menschen stumm bleiben und Hate Speech umkommentiert stehen lassen. 

WAS HAT HATE SPEECH MIT MENSCHENRECHTEN ZU TUN?

Weil jeder Mensch ein Recht darauf hat, nicht diskriminiert zu werden. Niemand muss Hassreden akzeptieren oder aushalten. Auch dann nicht, wenn Hate Speech mit dem Recht auf Meinungsfreiheit verteidigt wird. Natürlich kann jede und jeder im Netz seine Meinung sagen, die meisten von uns schaffen das spielend ohne die Rechte anderer zu verletzen. Ein Grundrecht darauf, Menschen zu beleidigen, gegen Minderheiten zu hetzen oder zu Hass und Gewalt aufzurufen, gibt es übrigens nicht.

Manchmal ist es schwer, zwischen Hate Speech und Meinungsfreiheit zu unterscheiden. Behaupten die Hater*innen. Wer schon mal Opfer von Hate Speech war, weiß allerdings genau, was ein Hasskommentar ist. Und wann er oder sie fair kritisiert oder treffend provoziert wurde. Meinungsfreiheit ist nicht die Freiheit alles zu sagen, was möglich ist. Meinungsfreiheit ist die Freiheit, eine andere Meinung zu haben und diese zu äußern. Es ist kein Recht auf verbale Umweltverschmutzung. 

Weltweit schützen Gesetze und Konventionen vor Diskriminierung: Niemand darf wegen Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder Behinderung diskriminiert werden. Das steht alles im Grundgesetz. Wer verbal Menschen herabsetzt, beleidigt und bedroht, pfeift auf die Menschenrechte.

Es sei denn, sie fühlen sich selber von "Zensur" betroffen – dann können die Hater*innen plötzlich nicht genug von Menschenrechten kriegen. 

WELCHE GESETZE GIBT ES GEGEN HATE SPEECH?

Es gibt keine Gesetze, die sich direkt mit Hate Speech auseinandersetzen. Für das Strafgesetzbuch ist das Internet zum Teil noch Neuland. Trotzdem sind z.B. Volksverhetzung, Beleidigung, Verleumdung oder üble Nachrede nicht erlaubt. Inzwischen gibt es sowohl deutsche als auch europäische Urteile zum Thema Hate Speech – sie bilden die Vorlagen für die Justiz und ergänzen die Rechtsgrundlagen.

Wichtig zu wissen: Ob on- oder offline spielt keine Rolle, wenn es um kriminelle Handlungen geht. Strafbar ist immer strafbar! 

Deutsches Recht

Verbotene Symbole

In Deutschland ist es laut Strafgesetzbuch (StGB) verboten, Symbole (Zeichen, Schriftzüge, Bilder etc.) von verfassungswidrigen Organisationen zu benutzen (§ 86).  

Beispiele

Hakenkreuze, die nationalsozialistische Fahne und der SS-Totenkopf sind verbotene Symbole. Aber auch der Hitlergruß als Grußform ist nicht erlaubt. Dieser Infobrief aus 2014 beschreibt die strafbaren Kennzeichen. 

Beleidigung

Die Beleidigung ist wahrscheinlich die häufigste Straftat bei Kommentaren. Sie wird durch eine Strafanzeige der oder des Beleidigten strafrechtlich verfolgt. Es werden Geldstrafen oder Haftstrafen von bis zu einem Jahr verhängt (§ 185). 

Beispiele

Das Landgericht Hamburg untersagte einem Facebook-Nutzer beleidigende Äußerungen gegen die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali. Bei Zuwiderhandlung droht ihm ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Februar 2016... mehr 

 "Ihr gehört erschossen" - diesen Satz musste sich eine Rollstuhlfahrerin von einem Busfahrer in Bayern anhören. Strafe: 1.200 Euro. April 2016... mehr

Volksverhetzung

Volksverhetzung gilt als Tatbestand, wenn gegen einzelne Menschen oder ganze Gruppen wegen ihrer Herkunft, der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit zu Hass und Gewalt aufgerufen wird. Volksverhetzung wird mit Geld- oder Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren geahndet (§ 130).

Beispiele 

Der Pegida-Gründer Lutz Bachmann wurde im Mai 2016 wegen Facebook-Postings, die als volksverhetzend eingestuft wurden, zu 9.600 Euro Strafe verurteilt... mehr

Wegen anonymer Postings wurde ein 34-jähriger Berliner verurteilt. Die Aussage "Ich bin dafür, dass wir die Gaskammern wieder öffnen und die ganze Brut da reinstecken" kostete ihn 4.800 Euro. August 2015... mehr

Youtube-Blogger "Julien" wurde zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung und 15.000 Euro Geldstrafe verurteilt. "Vergasen sollte man die Mistviecher" hatte er in einem Video u.a. über die Lokführer*innen der Gewerkschaft GDL ausgesagt und soll damit fast 800.000 Views erreicht haben. Februar 2016... mehr

Fünf Stunden lang war dieser Kommentar auf Facebook online: "Gibt genug Deutsche, die für einen Euro arbeiten, um zu überleben, steckt es den Asi-Pack ruhig in den Arsch. Erschossen gehören die." Urteil: Sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie 80 Sozialstunden in der Flüchtlingshilfe. Februar 2016... mehr

Üble Nachrede

Üble Nachrede ist: Eine falsche Behauptung über jemanden zu verbreiten. Man könnte es auch als "Lügen mit böser Absicht - aber ohne Belege" bezeichnen. Die Täterin oder der Täter unterstellt jemandem etwas Schlimmes, das nicht stimmt – aber sie oder er glaubt dran. Üble Nachrede kann mit Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden (§ 186).

Beispiele

Die FPÖ hatte einem österreichischen Journalisten unterstellt, bei Aufzeichnungen einer rechtsextremen Demo einen Skinhead aufgefordert zu haben, "Heil Hitler" zu rufen. Nach sechs Jahren Prozess verurteilte der Richter die FPÖ zur Zahlung von 13.000 Euro an den Journalisten. Ebenso musste die Partei das Urteil veröffentlichen. April 2016... mehr

In Wilhelmshaven hat eine Frau den Bürgermeister beschuldigt fremdzugehen. Sie hatte es als Gerücht auf Facebook verbreitet und es stellte sich als unwahr heraus. Strafe: 1.950 Euro. Februar 2016... mehr

Verleumdung

Auch bei Verleumdungen werden Lügen verbreitet. Im Gegensatz zur üblen Nachrede weiß die Täterin oder der Täter bei der Verleumdung aber genau, dass ihre oder seine Behauptung nicht wahr ist. Das wird als besonders hinterhältig eingeordnet. Verleumdungen werden mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafen geahndet (§ 187). 

Beispiele

Ein 55-Jähriger aus Nordbayern hat wissentlich unwahre Behauptungen über den Rathauschef sowie den Polizei-Vizepräsidenten und einen früheren Polizeichef verbreitet. Auf Flugblättern, Plakaten und im Netz beschimpfte er sie als "Kinderschänder". Strafe: 1 Jahr und 9 Monate Freiheitsstrafe. Mai 2016... mehr

Mit einem Sachverständigengutachten behauptete die rechte Zeitung Junge Freiheit, dass die linke taz beim Kauf des Grundstückes in der Friedrichstraße, Berlin "über eine Million Euro auf Kosten des ständig klammen Berlins gespart hat". Das Kammergericht urteilte, dass die offensichtlich falschen Behauptungen verleumderisch seien und dass "der Sachverständige und die Junge Freiheit in grober Weise die Rechte der taz verletzt haben". März 2016...mehr

Öffentlicher Aufruf zu Straftaten

Es ist verboten öffentlich zu Straftaten aufrufen (§ 111) und das Internet ist so öffentlich, wie es nur geht.

Beispiele

Merkel müsse "öffentlich gesteinigt werden", postete ein 28jähriger Bochumer auf Facebook. Das Gericht verstand die Aussage als einen Aufruf zur Gewalt. Strafe: 2.000 Euro. April 2014... mehr

Ein 18-Jähriger aus Emden hat gestanden, zum Lynchmord aufgerufen zu haben. Nach dem Tod eines Mädchens hatte er auf Facebook über einen 17-jährigen Inhaftierten gepostet: "Aufstand! Alle zu den Bullen. Da stürmen wir. Lasst uns das Schwein tothauen." Strafe: 2 Wochen Jugendarrest. Mai 2012... mehr

Ein Mordaufruf gegen den Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung auf der Facebook-Seite der Leipziger Pegida kostete einen 43-Jährigen 1.380 Euro. Januar 2016... mehr

Bedrohung

Jemanden zu bedrohen ist ein Vergehen, das mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft (§ 241). 

Beispiele 

Eine Frau drohte auf Facebook den Sohn einer befreundeten Mutter "kalt zu machen" und ihm "einen Stein an den Kopf zu werfen" und einiges andere. Der Täterin wurde verboten, sich der Wohnung näher als 100 m zu nähern, sich der Mutter und ihrem Sohn näher als 30 m zu nähern und mit den Betroffenen Kontakt aufzunehmen, insbesondere über E-Mail oder Facebook. April 2013... mehr

Ein Dresdner postete auf der Facebookseite der sächsischen Polizei (!) Drohungen gegen Sigmar Gabriel (SPD) , u.a. gehöre Gabriel "standrechtlich erschossen". Gabriel erstattete Anzeige, der Täter erhielt eine Geldstrafe von 1.200 Euro. März 2016... mehr

Ein 72-Jähriger drohte einem Anwalt in einer Email mit "Biker-Beistand". Das Gericht verhängte gegen den mittellosen Mann eine Geldstrafe in Höhe von 100 Euro. Mai 2016... mehr

Nötigung

Wenn Morddrohungen oder Drohungen mit Körperverletzung ausgesprochen oder geschrieben werden, ist das Nötigung. Selbst der Versuch einer Nötigung ist strafbar. Bei Nötigung werden Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren (in schweren Fällen bis zu fünf Jahren) oder Geldstrafen verhängt (§ 240). 

Beispiel

Ein 24-Jähriger, der sich hintergangen fühlte, drohte der betroffenen Frau über die Dating-App Tinder, ein nicht-existentes Sexvideo von ihr zu veröffentlichen, wenn sie nicht sofort mit ihm Oralverkehr hätte. Dazu kam es nicht, die Frau erstattete Anzeige. Der 24-Jährige wurde wegen schwerer Nötigung zu neun Monate Haft auf Bewährung verurteilt. April 2016... mehr

Gewaltdarstellung

Wer grausame Gewalttätigkeiten verharmlost oder verherrlicht - sie also als etwas Großartiges, Heldenhaftes darstellt - macht sich strafbar. Der Jugendschutz kann dadurch verletzt werden, die Menschenwürde oder auch die körperliche Unversehrtheit des Einzelnen. In Deutschland wird Gewaltdarstellung mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft.

Beispiele 

Über seinen Facebook-Account hatte ein 29-Jähriger unkommentiert einen fast vier Minuten langen Film verbreitet, der u.a. eine Massenhinrichtung durch Erschießen zeigte. Das Amtsgericht Augsburg verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 1400 Euro … mehr

Ein Mann aus Montabaur unterstützte Al Qaida, indem er u.a. Links zu einem Enthauptungsvideo im Internet verbreitete. In der Addition weiterer Straftaten wurde er zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 3 Jahren und 4 Monaten verurteilt … mehr

Recht am eigenen Bild

In Deutschland gibt es das Recht am eigenen Bild: Fotos einer Person dürfen nur mit ihrer Zustimmung veröffentlicht werden. Wer ohne Einwilligung Fotos von einer anderen Person schießt und sie öffentlich macht oder Anderen zur Verfügung stellt, verletzt den "höchstpersönlichen Lebensbereich" dieser Person und macht sich strafbar (§ 201a). 

Beispiele

Bild Online hatte Ende 2015 eine Kampagne gegen Hetzer*innen gestartet und ihre Hasskommentare plus Fotos der Hetzer*innen veröffentlicht. Das OLG München urteilte, dass die Veröffentlichung ohne Einwilligung stattgefunden hatte. Die Bild-Zeitung konnte die Frage des Gerichts, welchen Mehrwert die Veröffentlichung der Bilder für die Berichterstattung habe, nicht beantworten und musste die Bilder wieder aus dem Netz nehmen... mehr

25.000 Euro Schmerzensgeld musste ein Mann seiner ehemaligen Partnerin zahlen. Er hatte drei Nacktfotos mit ihrem Namen, ihrer Anschrift und Telefonnummer in eine Tauschbörse gestellt. Die Frau bekam deshalb sexuelle Kontaktanfragen und musste später sogar mit ihren Kindern umziehen. Das Gericht Kiel verurteilte den Mann dazu, der Frau jeglichen Schaden zu ersetzen, auch den, der ihr aufgrund der unbefugten Veröffentlichung der Nacktfotos im Internet zukünftig entstehen wird. April 2006... mehr

Insgesamt fünf Krankenpfleger aus Aachen hatten in einer WhatsApp-Gruppe Fotos und ein Video von wehrlosen Patienten geteilt. Sie wurden zu Haftstrafen zwischen 6 und 8 Monaten auf Bewährung sowie Geldstrafen verurteilt. Januar 2016... mehr

Tonaufnahmen

Wer Tonaufnahmen von Äußerungen, die nicht in der Öffentlichkeit gesprochen wurden, ohne Zustimmung der Sprecherin oder des Sprechers macht und diese weitergibt, verletzt die "Vertraulichkeit des Wortes" nach § 201

Europäisches Recht

Der Europarat setzt im Kampf gegen Hate Speech auf die Menschenrechte – denn jede*r hat das Recht, nicht diskriminiert zu werden. Zentral sind die Europäische Menschenrechtskonvention mit ihren Zusatzprotokollen und das Übereinkommen des Europarates zu Cyber-Kriminalität, die sogenannte Budapest-Konvention von 2001. Beide findet man in Kapitel 6 von Bookmarks, dem Handbuch des Europarates zur "Bekämpfung von Hate Speech im Internet durch Menschenrechtsbildung". 

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat (auf Englisch) eine Faktensammlung herausgebracht. Hier kann man nachlesen, welche Fälle von Hate Speech wie und warum bestraft wurden. 

WER SIND HATER*INNEN?

Bitte nicht füttern?

Untersuchungen beschreiben Hater*innen als gefühlskalt, selbstgerecht und egoistisch. Ohne die unmittelbare, soziale Kontrolle der Offline-Welt, schießen sie Hasskommentare los, um zu stören – und warten gespannt auf die Reaktionen. Lange hieß es deshalb "Don't feed the troll", denn der würde sich geradezu nach Aufmerksamkeit sehnen. 

Wichtiges Gegenmittel

Das wichtigste Gegenmittel ist es, diesen Leuten zu zeigen, dass man mit dem Hass nicht einverstanden ist. Nicht nur Hater*innen kennen ja die Spielregel: Wer laut ist, wird auch wahrgenommen.

Dieselbe Studie hat nämlich auch ergeben, dass nur 5,6% der befragten User*innen als Hater*innen einzustufen sind. Der große Rest - 94,4% - ist für Hass im Netz nicht zu haben, nur ist die freundliche Mehrheit im Netz (bisher) weniger sichtbar.

Trollen ist harte Arbeit

Zum Teil kommt der Hass im Netz auch aus Trollfabriken, in denen Leute angestellt sind, um gezielt Kommunikation zu stören oder bestimmte Inhalte zu verbreiten. Meistens stehen dahinter politische Auftraggeber*innen, die auf diese Art ihre Ideologien an die User*innen bringen. Dieser Film setzt sich ausgiebig mit dem Thema auseinander.

Trololololo

Der Begriff Troll, der oft synonym mit Hater*in benutzt wird, hat mit dem nordeuropäischen Kobold wenig gemein. Der Ausdruck kommt aus dem Englischen: "trolling with bait". Damit wird eine bestimmte Angeltechnik bezeichnet, bei der man Köder langsam durch ein Gewässer zieht. Der sogenannte Troll "ködert" andere Nutzer*innen, um sie zu provozieren und absichtlich Gespräche innerhalb einer Community zu stören. Wenn man sich dieses Bild vor Augen führt, wird klar, warum eine Gegenreaktion so wichtig ist: Das Aufrechterhalten einer respektvollen Diskussion sorgt dafür, dass die Hater*innen ihr Ziel verfehlen.

WAS KANN ICH GEGEN HATE SPEECH TUN?

Gar nichts!

Kleiner Scherz. Jede*r kann etwas gegen Hate Speech tun. Wer schreiben kann, kann sich wehren. Jede*r kann Kommentare oder Posts melden, falsche Behauptungen richtigstellen oder sich im eigenen Umfeld gegen menschenverachtende Hasskommentare stark machen. Man muss es nur tun. Und wenn eine*m gerade nichts gutes einfällt, gibt es bei uns unter Counter Speech viele schöne Konter: Memes, Sprüche, Videos und Fakten, die man schnell downloaden und einsetzen kann.

Hass nicht einfach so stehen lassen

Counter Speech (engl. für Gegenrede) bedeutet, dass User*innen mit Kopf und Herz etwas gegen Hass und Hetze im Netz unternehmen. Viele Menschen wollen die Diskriminierungen, die Generalisierungen und die Herabwürdigungen nicht einfach ertragen und benennen das auch laut und deutlich. Sie reagieren auf Hasskommentare nicht mit Hass, sondern mit Argumenten, mit Humor und mit Geschichten aus einer anderen, oft überraschenden Perspektive.

Counter Speech ist ein wichtiges Signal. Denn sie setzt ein Gegengewicht zu Hass und Hetze im Netz. Sie zeigt Betroffenen, dass sie nicht allein sind. Und sie bietet eine andere Sicht auf die Dinge für die große Mehrheit der stillen Mitlesenden, die sonst nur mit Hasskommentaren konfrontiert wären.

Der Europarat hat das Handbuch Bookmarks (österreichische Fassung) veröffentlicht, das viele Informationen, Tools und Workshopideen zum Thema Hate Speech enthält. 

#organisierteliebe ist eine Initiative gegen Hetze, die das Positive im Netz zelebriert. Sie fordert uns auf, die Kommentarspalten zu fluten und Danke zu sagen. Wir alle können zeigen, dass Liebe uns näher ist, als Hass. 

Wer laut und deutlich seine Meinung kundtut, muss aber mit Gegenwind rechnen. Counter Speech kann die Hetze kurzzeitig verstärken und man sieht sich einem Shitstorm ausgesetzt. Wenn das der Fall ist, weiß man allerdings, dass die Counter Speech genau ins Schwarze getroffen hat! 

Die Bloggerin Vanessa Vu berichtet, wie sie mit einem Shitstorm umgegangen ist

Und der Autor Sascha Lobo erzählt ausführlich in einem Video über seine Erfahrungen und seinen Umgang mit Shitstorms. 

It’s not all about the haters – frag Betroffene, was sie brauchen

Counter Speech kommt oft von denjenigen, die in der konkreten Situation gar nicht von Hate Speech betroffen sind. Für sie ist es leichter, einzugreifen, weil sie in diesem Moment nicht diskriminiert werden und sich erst einmal geschützt fühlen können. Wenn Du Betroffene unterstützen möchtest, finde am besten erstmal heraus, was die Gehateten sich wünschen.
Nicht immer werden einzelne Menschen gehatet, oft sind es große Personengruppen wie Geflüchtete oder Jüdinnen und Juden. Dann kannst Du versuchen, herauszufinden, ob sich Angehörige der Gruppe geäußert haben und Rückendeckung brauchen.
Wenn eine Einzelperson angegriffen wird, ist es leichter. Mache mit einem Kommentar klar, dass Du ihr anbieten möchtest, sie zu unterstützen. Sie kann entscheiden, wie mit ihrem Fall umgegangen werden soll, ob sie überhaupt Unterstützung wünscht und wie diese aussehen soll. Macht sie zum Beispiel deutlich, dass sie die Situation allein klären möchte? Will sie zwar Rückendeckung, möchte Gespräche mit den Hater*innen aber lieber selbst führen? Oder will sie im Gegenteil ganz viel Sichtbarkeit? Solche Wünsche zu ignorieren kann die Machtlosigkeit, die die gehatete Person erfährt, noch verschlimmern. Am hilfreichsten ist deine Unterstützung, wenn sie genau das ist, was die Betroffenen sich wünschen. 

Eins ist klar: Für das Klima auf der eigenen Facebook/Instagram-Seite oder Website ist jede*r selbst verantwortlich. Wann ist aber der Zeitpunkt gekommen, einzuschreiten? Ironie und Seitenhiebe sind ja nicht verboten! Und niemand will seine Freund*innen grundlos vergraulen. Es kann manchmal schwer sein, einzuschätzen, wann ein Kommentar als Hate Speech und nicht nur als blöde Bemerkung gemeint ist. Am Ende muss jede*r für sich selbst selbst entscheiden, was zu weit geht und was nicht. Aber auch wenn sich jemand nur im Ton vergriffen hat, muss sich niemand dazu gezwungen fühlen, das wortlos hinnehmen. 

In den meisten Foren oder Online-Communities gibt es klare Diskussionsregeln. Ein gutes Beispiel dafür sind die Regeln von Pinterest

Wenn Social Media-Plattformen keine eigenen Regeln haben, kann man selbst welche aufstellen. Hier findet ihr viele Beispiele, wie man mit Hasskommentaren umgehen kann. 

Wie kann man Einträge/ Posts melden?

Es ist mittlerweile nicht mehr kompliziert, Inhalte auf Social Media- oder Online-Plattformen zu melden, wenn sie gegen deren Regeln oder gegen Gesetze verstoßen. 

Facebook

Twitter

YouTube

Instagram

Snapchat

Noch mehr Möglichkeiten Hate Speech zu melden, gibt’s in der Liste der Anti-Defamation League

Wie kann man eine Anzeige gegen Hasskommentare stellen?

Für eine Anzeige kann man sich an die Polizei oder Staatsanwaltschaft des Bundeslandes wenden, in dem man wohnt. Die Kontakte der Länder-Polizei-Behörden und Internetwachen sind unter www.polizei.de nach Bundesländern aufgelistet. 

Eine Anzeige ist auch online möglich, allerdings noch nicht in allen Bundesländern. 

Wer eine Anzeige erstattet und nicht direkt betroffen ist, erfährt - wenn er nicht persönlich nachhakt - in der Regel nichts mehr von dem Ermittlungsverfahren. Die Polizei ermittelt dennoch weiter!

Manchmal stößt man zunächst auf Unverständnis oder Unwissenheit, wenn man eine Strafanzeige wegen Hate Speech stellt. Das Thema Hate Speech ist für manche Polizeibeamt*innen noch Neuland, aber es wird innerhalb der Polizei immer mehr diskutiert.

Hasskommentare werden zunehmend strafrechtlich verfolgt - das bedeutet aber nicht automatisch eine Verurteilung. Wenn die oder der Beschuldigte z.B. behauptet, sie oder er habe es "nicht so gemeint", kann es durchaus zu einem Freispruch kommen. Dies soll allerdings niemanden davon abhalten, eine Anzeige zu erstatten: Volksverhetzung, Beleidigungen und Drohungen sind in Deutschland definitiv Straftaten - und jede Strafanzeige trägt dazu bei, das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein für das Problem Hass im Netz zu stärken.

Wer unsicher ist, ob ein Kommentar unter das Jugendschutzgesetz fällt, kann sich an Jugendschutz.net wenden. Dort kann man Vorfälle zu den Themen politischer Extremismus, Gewalt oder Cybermobbing melden. Das Team prüft die Inhalte und leitet je nach Ergebnis weitere Schritte ein. Auch bei der Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter kann man Inhalte melden und überprüfen lassen

WER IST GEGEN HATE SPEECH AKTIV?

Einfacher wäre es, die Frage zu beantworten, wer NICHTS gegen Hate Speech tut. Die Täter*innen eben. Sie sind zwar nicht wenige, aber zahlenmäßig doch weit überschaubarer als die Gegner*innen. Das war aber nicht die Frage...

Also: Wer tut etwas gegen Hate Speech?

Es gibt allein in Deutschland wirklich viele Organisationen, Initiativen und auch einzelne Personen, die sich gegen Hate Speech stark machen. So viele, dass wir es im Moment noch nicht einmal ganz geschafft haben, alle ausfindig zu machen. 

Rechtsextremismus

Netz gegen Nazis erklärt, wie man Websites oder Kommentare melden oder sperren lassen kann. Hier gibt es auch nützliche Argumentationshilfen gegen rechtsextreme Positionen. 

Wer sich im eigenen Umfeld gegen rechtsextreme oder menschenfeindliche Erscheinungen wehren will, kann sich an die Online-Beratung gegen Rechtsextremismus wenden.  

Hass hilft dreht den Spieß um und macht aus Hasskommentaren Spenden für Flüchtlingsprojekte und die Aussteigerinitiative EXIT. Dort gibt es auch Banner zum Download, die man gegen Hasskommentare posten kann.  

Antisemitismus

Nichts gegen Juden stellt Argumente und Grafiken bereit, mit denen man auf Twitter und Facebook antisemitische Hate Speech aushebeln kann. 

Get the trolls out zeigt an Beispielen aus ganz Europa, wie stark antisemitische Äußerungen zunehmen. Hier kann man antisemitische Hate Speech melden. 

Hate Speech gegen geflüchtete Menschen

Die Amadeu-Antonio-Stiftung liefert Handlungsempfehlungen, wie man mit Hetze gegen Geflüchtete umgehen kann.

Pro Asyl hat eine Übersicht zu den häufigsten Vorurteilen und guten Gegenargumenten zusammengestellt.

Search racism. Find truth. lässt Geflüchtete selbst zu Wort kommen. 

Antimuslimischer Rassismus

Jugendschutz.net zeigt, wie Muslim*innen im Netz massiv verunglimpft werden. 

Netz gegen Nazis erklärt die Begriffe antimuslimischer Rassismus und Islamfeindlichkeit. 

Im Netzwerk gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit kann man Diskriminierungsfälle melden. 

Das Buch "'…weil ihre Kultur so ist' – Narrative des antimuslimischen Rassismus" von Yasemin Shooman vertieft das Thema on- und offline.

Antiziganismus

Der Online-Kampagne "Solidarität mit den Sinti und Roma Europas" kann sich jede*r auf Facebook und Twitter anschließen. 

Über den Hass gegen Sinti*ze und Rom*nija informiert "Netz gegen Nazis".

Hier werden die negative Stereotypen zu Sinti und Roma entkräftet, denn: "Die Klischees sind schlicht falsch“. 

Diese Studie über die Darstellung von Roma und Sinti in der deutschen Öffentlichkeit zeigt, wie Klischees verbreitet werden und wirken. 

Hate Speech gegen LGBTI

Enough is enough engagiert sich on- und offline in Deutschland gegen Hasskommentare, die auf lesbische, schwule, bisexuelle, transidente und intersexuelle Menschen zielen. 

Der LSVD vertritt als Bürgerrechtsverband die Interessen und Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) und bietet Unterrichtsmaterialien zu den Themen Homosexualität und sexuelle Vielfalt an.

ILGA, eine europäische Dachorganisation von 400 LGBTI-Initiativen, hat eine ausführliche Handreichung zum Thema "Responding to Hate Speech against LGBTI people" herausgegeben. 

ABqueer e.V. bietet Bildungsveranstaltungen und Beratungen zu den Themenfeldern Geschlecht und Sexualität an, mit einem Schwerpunkt auf lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans-, intergeschlechtlichen und queeren (lgbtiq) Lebensweisen. 

Sexismus

#aufschrei ist eine Initiative, die Sexismus im Alltag thematisiert. Sie hat damit eine breite, gesellschaftliche Debatte angestoßen. Leider wird der Hashtag inzwischen vor allem getrollt, dementsprechend sehen die Tweets aus. 

#ausnahmslos ist ein Bündnis, das sich gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus stark macht. Auslöser war die Ereignisse in der Kölner Silvesternacht sowie die medialen Reaktionen darauf.

#heforshe ist eine weltweite Kampagne der Vereinten Nationen für Geschlechtergerechtigkeit, gegen Sexismus und mit Online-Tools. 

Hate Speech gegen Menschen mit Behinderungen

Leidmedien erklärt Medienschaffenden, wie sie ohne Klischees und diskriminierende Begriffe berichten können. Die Formulierungstipps und Hintergrundinfos eignen sich gut als Argumente gegen Hate Speech. 

Body Shaming

Plus-Size-Model und Fotografin Silvana Denker hat die Foto-Aktion #BodyLove ins Leben gerufen, um das Selbstbild von Frauen und Männern zu stärken.

AnyBody Deutschland und das internationale "Endangered Bodies"-Netzwerk setzen sich für mehr individuelle Freiheiten und Vielfalt von Körpern und Erscheinungsbildern in Medien und Gesellschaft ein. Das derzeitige Schönheits- und Schlankheitsideal ist ihnen zu starr.

Die US-amerikanische Sachbuchautorin Lizzie Velásquez betreibt einen Youtube-Kanal zu Schönheitsstandards und gegen Bodyshaming. Über 750.000 Abonnenten folgen ihr. Velásquez hat ein bisher unerforschtes Syndrom, das es ihr unmöglich macht, an Gewicht zuzunehmen.

Hate Speech gegen LGBTI

Enough is enough engagiert sich on- und offline in Deutschland gegen Hasskommentare, die auf lesbische, schwule, bisexuelle, transidente und intersexuelle Menschen zielen. 

Alles gegen Hate Speech

An dieser Stelle haben wir einfach mal all die Organisationen nach Themenbereichen sortiert, die uns über den Weg gelaufen sind. Ihr kennt vielleicht noch ein paar mehr? Immer her damit!

 

Sexismus

 

Auf Klo (D) 

Pinkstinks (D)

#ausnahmslos (D)

 

LGBTI

 

anders und gleich - nur Respekt wirkt (D)

Pink Cross Swiss Gay Federation (CH)

LSVD (D)

Enough is enough (D)

GLAAD (USA)

Transgender Equality Network Ireland (IR)

International Day Against Homophobia, Transphobia and Biphobia (weltweit)

IGLYO (weltweit)

 

Mobbing und Jugendschutz

 

Anti-Bullying Alliance (GB)

klicksafe (D)

jugendschutz.net (D)

 

Psychische Gesundheit

 

Robert-Enke-Stiftung (D)

Freunde fürs Leben e.V. (D)

Aktionsbündnis Seelische Gesundheit (D)

Time to Change (GB) 

YoungMinds (GB)

 

Allgemein

 

Reclaim the Internet (GB)

HeartMob (weltweit)

Stop Funding Hate (GB)

Amadeu Antonio Stiftung (D)

Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland (D)

Anti Defamation League (US)

Bricks Project (europaweit)

No H8 - We´re watching you (D)

Keine Mutation zur Hasskultur (D)

FARE network (GB)

Licra (FR)

International Network for Hate Studies (GB)

Die Offene Gesellschaft (D) 

Facing Facts (D) 

Hooligans Gegen Satzbau (D)

Mimikama (AT)

Heimat ohne Hass (AT)

TrollBusters: Fighting cyberbullying with love (USA)

Zuerst denken, dann klicken (D)

Netz gegen Nazis (D)

Antidiskriminierungsstelle des Bundes (D)

Stoppt Hass-Propaganda (D)

GameOverHate (AT)

English Disco Lovers (GB)

no-nazi.net (D)

The I Have a Name Project (USA)

AYUDH Deutschland (D)

Pegida - Gefällt mir nicht (D)

Es geht um mehr (D)

Citizens for Europe (EUR)

Alistration (D)

Berliner Ratschlag für Demokratie (D)

Hyperbole TV (D)

Berlin gegen Nazis (D)

Halle gegen Rechts (D)

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage (D)

CounterACT (AT)

 

Interreligiös

 

Salam Shalom Initiative (D)

Café Abraham Deutschland (D)

 

Geflüchtete

 

JUST People (D)

Passau verbindet (D)

Wismar für alle (D)

Pro Asyl (D) 

Jugendliche ohne Grenzen (D)

Dresden Nazifrei (D)

Hamm zeigt Herz (D)

B-Team-Tour (D)

Wemeze (D)

Initiative ›JA zu Integration‹ (D)

Peperoncini Mini-Bürgschaften (D)

Bildkorrektur - Bilder gegen Bürgerängste (D)

Road to Granada (D) 

 

Extremismus

 

Exit Hate (weltweit)

Exit USA (USA)

FATE (EUR)

Counter Extremism Project (weltweit)

Extreme Dialogue (CA,D,GB,HU)

Fußball Fans gegen Rechts (D)

Fußball gegen Nazis (D)

Störungsmelder (D)

 

Ableismus

 

Ohrenkuss (D)

Tourette Syndrome Awareness Movement (weltweit)

Raul Krauthausen (D)

Inklusion muss laut sein (D)

Leidmedien (D)

 

Antisemitismus

 

Israeli Students Combating Antisemitism (ISR)

Get The Trolls Out (USA)

 

Antimuslimischer Rassismus

 

Remembering Srebrenica (GB)

Tag gegen antimuslimischen Rassismus (D) 

Give it up 4 (EU) 

ufuq.de (D) 

 

Antiziganismus

 

Romaday (D)

Amaro Drom e.V. (D)

Bis wir hier einen halbwegs vollständigen Überblick anbieten können, lohnt sich aber auf jeden Fall ein Blick auf die lange Liste der Mitglieder des Nationalen Komitees der No Hate Speech Bewegung in Deutschland.

VORSORGE GEGEN HATE SPEECH

Wer vorurteilsfrei kommunizieren will, braucht vor allem gute Ohren. Es gibt viele wirklich gute Checklisten und Leitfäden, aber das wichtigste muss jede*r selber leisten: Gut zuhören. Wer sich in sein Gegenüber hineinversetzen kann, wird ihn oder sie kaum beleidigen oder diskriminieren.

Wer vorurteilsfrei kommunizieren will, wird vielleicht trotzdem Fehler machen. Viele Fehler. Wir sind alle Teil von Kulturen, die historisch bedingt nicht vorurteilsfrei sind. Oft spüren wir gar nicht, wenn wir jemanden diskriminieren. Wenn wir Glück haben, macht uns jemand darauf aufmerksam – und wir haben dazugelernt. Die Welt ändert sich – die Diskriminierungen auch!

Glossare, Checklisten und Leitfäden klingen nicht gerade sexy. Sie helfen aber ungemein weiter, wenn man unsicher ist, wie man jemanden anspricht oder etwas benennt. Und sie sind geradezu unentbehrlich für all diejenigen, die sich noch nie Gedanken darüber gemacht haben!

  • Neue deutsche Medienmacher

Glossar der Neuen deutschen Medienmacher: Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland. Alternativen und Erläuterungen rund um Einwanderung, Integration, Asyl und Minderheiten in Deutschland, gedruckt oder als Online-Tool mit toller Suchfunktion.

  • AntidiskriminierungsBüro Köln

Sprache schafft Wirklichkeit – Glossar und Checkliste zum Leitfaden für einen rassismuskritischen Sprachgebrauch

  • Glokal e.V.

Mit kolonialen Grüßen.... Berichte und Erzählungen von Auslandaufenthalten rassismuskritisch betrachten

  • Leidmedien.de

Begriffe über Behinderung von A bis Z

  • Universität Köln 

ÜberzeuGENDERe Sprache – Leitfaden für eine geschlechtersensible und inklusive Sprache

  • Ludwig-Maximilians-Universität München

Leitfaden gendergerechte Sprache der LMU München

  • Bund lesbischer und schwuler Journalist*innen

Schöner schreiben über Lesben und Schwule – Ein Leitfaden für die Berichterstattung

  • ATME e.V. – Aktion Transsexualität und Menschenrechte

Leitfaden für Medien